Ein Vulkanausbruch vor über zweihundert Millionen Jahren, ein Strand aus der letzten Warmzeit, ein Naturdenkmal seit 2020 — und drei Hafenbecken, an denen sich gerade entscheidet, wem diese Bucht gehört.
Die Marina Baixa besteht überwiegend aus Kalkstein. Am Cap Negret, zwischen l’Olla und dem Stadtstrand, steht etwas anderes an: dunkles Eruptivgestein, wie es im valencianischen Raum nur sehr selten vorkommt. Der Name sagt es.
Es ist obertriassisch, aus dem Keuper, 210 bis 225 Millionen Jahre alt — subvulkanische Diabasgänge und vulkanische Agglomerate aus basaltartigen Bruchstücken. Entstanden sind sie bei einer submarinen hydrothermalen Eruption. An die Oberfläche kamen sie erst sehr viel später, und nicht aus eigener Kraft: Der Diapir von Altea, ein aufsteigender Salzstock, hat sie mitgenommen.
Die hydrothermale Überprägung hat Minerale hinterlassen, die in Vulkangesteinen selten sind — Pistazit, Prehnit, Andradit, Spekularit. Der Aufschluss ist deshalb nicht nur landschaftlich auffällig, sondern mineralogisch bemerkenswert.
Nördlich und südlich des Portet liegt eine marine Terrasse aus Sandstein und Konglomerat. Sie ist rund 100.000 Jahre alt: ein Strand aus dem Tyrrhenium, der Warmzeit vor der unseren.
Das Gestein steckt voller Schnecken und Muscheln, dazu Röhrenwürmer und Rotalgenreste. Die häufigste Art ist Strombus bubonius, eine Flügelschnecke, die heute nur noch in wärmeren Meeren lebt. Sie ist die Leitart des Tyrrheniums — und damit der Beleg dafür, dass das Mittelmeer hier einmal wärmer war als heute. Daneben finden sich Patella ferruginea, Patella caerulea, Cassis undulata, Phyllonotus trunculus, Phyllonotus brandaris und Cantharus viverratus.
Ein fossiler Strand ist eine Messmarke. Er zeigt, wo das Meer stand, als es wärmer war — weshalb die Gemeinde an dieser Stelle ein Interpretationszentrum zum Klimawandel vorschlägt (Abschnitt 5).
Mit Dekret 181/2020 vom 13. November hat die Generalitat beides zusammen unter Schutz gestellt, den Aufschluss und den fossilen Strand, als Monumento Natural del Afloramiento Volcánico y la Playa Fósil de Cap Negret de Altea. Das Dekret wurde am 17. November 2020 im Amtsblatt DOGV Nr. 8954 veröffentlicht und stützt sich auf Artikel 11 des valencianischen Naturschutzgesetzes 11/1994 und Artikel 34 des spanischen Gesetzes 42/2007.
Ein erheblicher Teil des geschützten Gebiets liegt unter Wasser. Die Conselleria hat sich offengehalten, das Denkmal später dem Naturpark Serra Gelada anzugliedern.
Im Denkmalkatalog der Gemeinde steht dieselbe Stelle ein zweites Mal, unter einer anderen Nummer und aus einem anderen Blickwinkel: PTR 02, Entorno patrimonial de la Cala del Soio — Illeta l’Olla. Zum Katalog
2002 legte die Betreiberin Marina de Greenwich ein Ausbauprojekt für den Jachthafen Campomanes vor: Die Liegeplätze sollten von 500 auf 1.000 verdoppelt werden. Die Generalitat genehmigte es.
Gebaut wurde es nie. Das Tribunal Superior de Justicia der Comunitat Valenciana erklärte das Projekt am 1. Februar 2010 für nichtig, und der Oberste Gerichtshof wies die Kassationsbeschwerde der Generalitat am 11. Juni 2013 ab. Damit war es rechtskräftig erledigt.
Worum es ging:
Das TSJ sprach der Betreiberin 2018 eine Million Euro Entschädigung zu; gefordert hatte sie knapp 93 Millionen. Gegen das Urteil ging sie zum Obersten Gerichtshof.
An dieser Bucht liegen drei Hafenbecken, und bei allen dreien steht gerade die Konzession zur Debatte. Das ist kein Zufall: Solche Konzessionen gelten über Jahrzehnte, und die aus den siebziger und neunziger Jahren laufen jetzt aus.
Die Konzession lief dreißig Jahre ab dem 17. Juni 1993 und endete im Juni 2023; die Betreiberin hatte im März 2022 die Verlängerung beantragt. Die Generalitat lehnte mit Bescheid vom 14. November 2025 ab: Der Hafenbetrieb sei mit dem Naturdenkmal unvereinbar und entferne sich „vom Schutzgedanken“ des Gesetzgebers. Ein Bewirtschaftungsplan vom 31. Mai 2023 hatte bereits jeden Eingriff ausgesetzt, der die physische und biologische Umwelt wesentlich verändert.
Die Gemeinde hat den Rückkauf der Konzession beantragt, um die Cala del Soio öffentlich zu sichern, und schlägt dort das erwähnte Interpretationszentrum vor; veranschlagt sind 1,1 Millionen Euro.
Die ursprüngliche Konzession lief fünfzig Jahre, von 1976 bis 2026. Die Betreiberin erhielt eine Verlängerung um zehn Jahre und vertritt die Auffassung, dass damit die historischen Rechte der Liegeplatzinhaber erlöschen. Die hatten bis dahin eingefrorene Tarife weit unter Marktniveau gezahlt; manche ließen ihren Platz sogar als Eigentum eintragen. Der Sekretär des Club Náutico beziffert den möglichen Gewinn der Firma in einem Meinungsbeitrag auf rund 40 Millionen Euro — seine Schätzung, keine geprüfte Zahl.
Seit Mai 2026 vermittelt die Generalitat. Im Juli wurde ein Waffenstillstand bis zum 16. September 2026 vereinbart: Die Liegeplatzinhaber nehmen ihr Protestplakat ab und gehen nicht an die Presse, die Betreiberin stört die Nutzung nicht und darf die Plätze nicht vermarkten, bis neue Tarife genehmigt sind. Denn festsetzen kann sie diese nicht allein — sie müssen als öffentliche Preise von der Conselleria genehmigt werden, und diese sollen nach Angaben der Behörde maßvoll ausfallen.
154 Liegeplätze. Die Konzession wurde im Dezember 2023 ausgeschrieben, wegen Fehlern in den Unterlagen annulliert und im August 2024 neu ausgeschrieben — nun über 35 statt 50 Jahre, bei höherer Jahresabgabe. Es gab vier Bieter.
Den Zuschlag erhielt am 22. Mai 2025 eine Arbeitsgemeinschaft aus drei Firmen: Nova Ática, der Immobiliengruppe der valencianischen Familie Llácer; Indeisla von Ángel Bustos, einem Hafenbetreiber von den Balearen, der den Puerto Blanco in Calp gebaut hat; und Route Pont, einem Hafenbauunternehmen aus Dénia. Geboten waren Investitionen von 15,1 Millionen Euro. Unterlegen war Grupo Rover mit 15,5 Millionen — ein Bieter, der die Konzession schon ein Jahr vor der Ausschreibung beantragt hatte und in der Nähe ein bislang unverwirklichtes Luxusresort plant.
Zu den Pflichtarbeiten gehören ein neues Empfangsgebäude, Parkplätze mit Ladesäulen, ein Gastronomiebereich, ein Wertstoffhof, die Erneuerung der Stege — und die „Neuordnung der Liegeplätze für unterschiedliche Bootslängen“.
Was diese Neuordnung für die bisherigen Nutzer bedeutet, steht in keiner amtlichen Quelle. Vor Ort wird berichtet, dass Liegeplätze erheblich teurer werden und Eigner ihre Boote verkaufen. Das ist nachvollziehbar — fünfzehn Millionen wollen in 35 Jahren erwirtschaftet sein, und kleine Boote bringen pro Meter Steg am wenigsten —, aber belegt ist es hier nicht.
Schutzstatus und Geologie: Dekret 181/2020 vom 13. November des Consell, DOGV Nr. 8954 vom 17. November 2020. Die geologischen und paläontologischen Angaben folgen der Zusammenfassung des Dekrets bei Actualidad Jurídica Ambiental ↗ und der Darstellung der Generalitat Valenciana ↗.
Gestoppter Ausbau: Urteil des TSJCV vom 1. Februar 2010, Urteil des Tribunal Supremo vom 11. Juni 2013. Dargestellt bei Ecologistas en Acción ↗ und Ecoticias ↗. Die Haltung der Umweltverbände und das Bezugsprojekt von 1999 nach greenpeace.org (16.02.2010), die Entschädigung nach eldiario.es (10.07.2018).
Portet und Liegeplatzstreit: Berichte von Alicante Plaza ↗ und Moncloa.com ↗. Die Vergabe der Galera-Konzession nach Alicante Plaza ↗.
Konzessionen: Rückkaufantrag der Gemeinde für das Portet nach alicanteplaza.es (12.12.2022); Laufzeit seit 1976 und Verlängerung der Campomanes-Konzession um zehn Jahre nach elespanol.com (11.11.2025).
Was offen ist. Der Waffenstillstand in Campomanes lief am 16. September 2026 ab. Ob es eine Tarifeinigung gab oder ob der Streit vor Gericht geht, ließ sich aus den erreichbaren Quellen nicht feststellen. Ebenso offen: ob die Betreiberin des Portet gegen die Ablehnung vorgeht und was die Neuordnung der Liegeplätze in der Galera die bisherigen Nutzer kostet.
Zusammengestellt Oktober 2026. Daten und Fristen aus amtlichen Bekanntmachungen und der verlinkten Presse. Laufende Verfahren ändern sich; was hier steht, ist der Stand der Zusammenstellung, nicht der von heute.
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