Was in Altea unter Schutz steht: die Renaissance-Befestigung, das römische Aquädukt, Wachtürme, Kirchen, Kapellen auf dem Land, Mühlen und Bewässerungsgräben — 59 Einträge im Katalog der Gemeinde, hier geordnet und erklärt.
Denkmalschutz ist in Spanien Sache der autonomen Gemeinschaften. Für Altea gilt das valencianische Ley 4/1998 del Patrimonio Cultural Valenciano. Es kennt zwei Ränge, und darunter liegt eine dritte Ebene, die die Gemeinde selbst verwaltet.
Der Unterschied ist praktisch: Ein BIC ist landesweit registriert und schwer zu verändern. Ein Eintrag im Gemeindekatalog bindet zunächst die Gemeinde selbst — bei Baugenehmigungen, Umbauten, Abrissanträgen (Ley 4/1998, Art. 50). Beides schützt, aber nicht gleich stark.
Die sechs BIC erzählen die Geschichte des Ortes in der richtigen Reihenfolge: erst die Römer, dann die Küstenwache, dann die befestigte Neugründung.
Die Zusammenhänge dahinter — Piraterie, Entvölkerung, die carta pobla von 1617 — stehen auf der Seite zur Geschichte.
Die Mare de Déu del Consol und San Francisco stehen als Bien de Relevancia Local unter Schutz.
Die Mare de Déu del Consol ist nicht in einem Zug entstanden, sondern in vier Etappen über fast drei Jahrhunderte. Der Renaissance-Bau, der zur Festungsanlage gehörte, war 1617 vollendet; die Steinmetzarbeiten führte Damiá de la Cámara aus. Im 19. Jahrhundert verfiel er. 1854 stand die Capella del Sagrari als eigener Bau daneben — sie wurde später ins Querhaus einbezogen und ist damit der älteste Teil des heutigen Innenraums. Für die Apsis entwarf Jaime Cardona 1876 einen Plan; 1894 war sie fertig. Hauptschiff, Vierung, Kuppel und Glockenturm entstanden zuletzt: gebaut ab 1901, geweiht am 18. September 1910, unter dem Baumeister Adrián Vela Gadea — ohne bekannten Gesamtplan, und die Arbeiten brachen am Ende ab, wahrscheinlich weil das Geld ausging. Deshalb wirkt die Fassade bis heute unfertig.
Die glasierten Keramikschuppen der Kuppel kamen nach der Pfarrchronik aus der Fabrik La Ceramo am Camí de Burjassot in Valencia. Die Dachziegel des Schiffs waren ursprünglich teja alicantina; bei der letzten Restaurierung sind sie ersetzt worden. Die Figuren stammen vom Bildhauer Melitón Gómez. Der Stil ist ein klassizistischer Eklektizismus, der sich nach der Capella del Sagrari richtet, mit neobyzantinischen Zügen an Rippen und Kapitellen.
Gottesdienstzeiten ändern sich; sie stehen am Eingang der jeweiligen Kirche und beim Pfarramt. Für die Mare de Déu del Consol: 965 840 117.
Nicht im Katalog, aber nicht zu übersehen: die russisch-orthodoxe Kirche des Erzengels Michael oben in Altea Hills. Sie steht in keinem Schutzverzeichnis, ist aber von der N-332 aus das auffälligste Gebäude der Gemeinde: ein Holzbau im Stil russischer Kirchen, mit fünf vergoldeten Zwiebelkuppeln.
Geweiht wurde sie 2007 — nach Reiseportalen, nicht amtlich belegt. Auf der Karte zeigen
Nach der Neugründung von 1617 verteilte sich die Bevölkerung über das ganze Gemeindegebiet. In den partides entstanden Siedlungskerne mit Häusern, Gärten und Terrassenfeldern — und viele bekamen ihre eigene ermita. Fünf stehen im Katalog:
Zu zwei von ihnen liegt mehr vor als der Katalogeintrag, weil der Architekt Miguel del Rey sie in einer Bauaufnahme dokumentiert hat. Santa Bàrbara steht in der Partida del Cascall, nördlich des Algar, auf einer Terrasse unterhalb des Hügels Sant Jordi. Kern ist ein kleines Oratorium, das heute das Presbyterium bildet; für 1759 ist eine Erweiterung belegt, der Bau selbst ist also älter. Die Informationstafel der Gemeinde am Weg nennt dagegen 1759 als Gründungsjahr: Die Anwohner der partides Cascall und Sogai — zusammen zeitweise über 250 Menschen — hätten sich damals ihr eigenes Oratorium gebaut, um für den Gottesdienst nicht bis zur Pfarrkirche gehen zu müssen. Laut dieser Tafel wird am 4. Dezember gefeiert. Das Schiff überdecken zwei Tonnengewölbe verschiedener Weite, an den Seiten liegen Nischen und erhöhte Emporen mit Holzgeländern, der Boden trägt schwarz-weiße Hydraulikfliesen, die Sakristei ist fast in den Fels gegraben. Über dem Giebel sitzt eine Glockenwand mit einer einzigen Öffnung, davor ein überdachter Vorbau und ein terrassierter Platz mit umlaufender Bank. Nach del Rey gehört die Kapelle seit 2001 der Gemeinde, die damals die Fassade herrichten ließ, und eine Glocke hängt nur während des Festes dort: Die von 1980 wurde gestohlen, die ältere von 1772 ebenfalls — 2008 fand man sie wieder, dann verschwand sie erneut.
Sant Tomàs in der Partida Cap Negret, am Fuß des Tossal de Molar, ist etwas anderes: ein privates Oratorium am Herrenhaus der Familie Thous, kein Gemeindebau. Das Kirchenbuch der Pfarrei nennt als Tag der Segnung einen 25. Juni; vermutlich stand die Kapelle schon 1696. Der Bau ist ein kleines Quadrat unter Satteldach, innen mit flacher Decke und einer Glockenwand über dem First, der Altar hat gedrehte, vergoldete Säulen. Die Keramiktafel, die der Katalog eigens nennt, sitzt an der Hauswand und zeigt auf zwölf Kacheln den heiligen Jakob zu Pferd. Das Wohnhaus ist heute in mehrere Eigentumsanteile geteilt — das ist der Grund, warum man hier nicht einfach hineingehen kann.
Zwei weitere gehören dazu, stehen aber nicht im Katalog. Sant Isidre in Els Arcs, bei den Resten des römischen Aquädukts, wurde erst um die Jahrtausendwende von den Anwohnern selbst gebaut. Und Sant Xotxim auf dem Tossal de les Rotes — die valencianische Form von Sant Joaquim — ist verschwunden; geblieben ist der Straßenname.
Einmal im Jahr sind die Kapellen offen und voll: Die Ruta de les Ermites ist keine Wanderung, sondern eine Konzertreihe im Frühjahr — 2019 lief die 24. Ausgabe, mit Konzerten in den Kapellen, aber auch in den Pfarrkirchen und im Convent de l’Olla. Die Programme enthalten Erläuterungen des Ortshistorikers Juan Vicente Martín Devesa. Wer die Kapellen von innen sehen will, kommt zu diesen Konzerten.
Acht der 59 Einträge betreffen die Wasserwirtschaft. Das ist kein Zufall: Ohne den Algar und seine Gräben hätte hier niemand leben können.
Was der Fluss für Altea bedeutet, steht ausführlicher auf der Geschichtsseite.
Alle 59 Einträge des Catálogo de Protecciones, in der Gliederung des Plans. Die Bezeichnungen stehen so, wie sie amtlich lauten — es sind Namen, keine Beschreibungen, und sie werden hier nicht übersetzt.
| Nummer | Bezeichnung im Katalog |
|---|---|
| Höchste Schutzstufe — Bien de Interés Cultural | |
| BIC 01 | Baluarte y recinto Renacentista de Altea Auf der Karte zeigen |
| BIC 02 | Acueducto Romano de los Arcos Auf der Karte zeigen |
| BIC 03 | Abrigo rupestre de la ermita del Vicario Auf der Karte zeigen |
| BIC 04 | Torre de la Galera Auf der Karte zeigen |
| BIC 05 | Castellet de l’Ama |
| BIC 06 | Castellet de Bellaguarda Auf der Karte zeigen |
| Historische Ortskerne | |
| NHT 01 | Núcleo Histórico Tradicional de Altea |
| NHT 02 | Núcleo Histórico Tradicional de Altea la Vella |
| Bauten | |
| ARQ 01 | La Moreria |
| ARQ 02 | Casa con Riurau en Sogai |
| ARQ 03 | Mas de Calces y Panel |
| ARQ 04 | Masia del Mandem |
| ARQ 05 | Villa Gadea Auf der Karte zeigen |
| ARQ 06 | Villa García y Paneles |
| ARQ 07 | Villa Mar i Cel |
| ARQ 08 | Finca Montemolar y paneles Auf der Karte zeigen |
| ARQ 09 | Casas Carreta y Panel Villa San Francisco |
| ARQ 10 | Viaducto línea del ferrocarril |
| ARQ 11 | El Palasiet |
| ARQ 12 | Casa calle Conde de Altea y paneles |
| ARQ 13 | Casa Beneyto-Rostoll |
| ARQ 14 | Casa calle Salamanca 1 al 11 y paneles |
| ARQ 15 | Casa Faloi — Carrer Fondo 8 |
| ARQ 16 | Carrero Almadrava |
| ARQ 17 | Conjunto estación de ferrocarril Auf der Karte zeigen |
| ARQ 18 | Hort de la Campaneta y paneles Auf der Karte zeigen |
| ARQ 19 | Iglesia Parroquial de la Mare de Déu del Consol Auf der Karte zeigen |
| ARQ 20 | Iglesia del antiguo convento de San Francisco y San Pedro Auf der Karte zeigen |
| ARQ 21 | Iglesia de Santa Anna Auf der Karte zeigen |
| Ethnologisches Erbe | |
| ETN 01 | Cementerio de Altea Auf der Karte zeigen |
| ETN 02 | Cementerio de Altea la Vella Auf der Karte zeigen |
| ETN 03 | Almàssera del Polopí |
| ETN 04 | Ermita de Santa Bàrbara Auf der Karte zeigen |
| ETN 05 | Ermita de Sant Roc y Camí de l’Horta Auf der Karte zeigen |
| ETN 06 | Ermita de Sant Jaume i Sant Antoni Auf der Karte zeigen |
| ETN 07 | Ermita i festa de Sant Lluís Auf der Karte zeigen |
| ETN 08 | Ermita de Sant Tomàs y Panel Auf der Karte zeigen |
| ETN 09 | Calvario de Altea la Vella |
| ETN 10 | Calvario de Altea |
| Keramiktafeln | |
| PNC 01 | Paneles Cerámicos |
| Archäologie | |
| ARL 01 | Vía Dianium — Camí Reial |
| ARL 02 | La Illeta Auf der Karte zeigen |
| ARL 03 | Espacio arqueológico de la Pila |
| ARL 04 | Necrópolis ibérica de Altea la Vella |
| ARL 05 | Altea la Vella — Hábitat |
| Wasserbau | |
| HDC 01 | Reg Major o de Baix |
| HDC 02 | Reg Nou o de Dalt |
| HDC 03 | Regs Nord de l’Algar |
| HDC 04 | Molí vell de Bellaguarda — Aljub Auf der Karte zeigen |
| HDC 05 | Molí dels Moros Auf der Karte zeigen |
| HDC 06 | Molí de Benimussa |
| HDC 07 | Molí de l’Horta y panel |
| HDC 08 | Molí de la Torre Auf der Karte zeigen |
| Geschützte Umgebungen | |
| PTR 01 | Entorno patrimonial de la Font del Garroferet Auf der Karte zeigen |
| PTR 02 | Entorno patrimonial de la Cala del Soio — Illeta l’Olla |
| PTR 03 | Conjunto patrimonial del Río Algar |
| PTR 04 | Entorno patrimonial de la Sierra de Bèrnia Auf der Karte zeigen |
| Weiteres | |
| SH 01 | Defensas Costeras de la Guerra Civil |
| SH 02 | Festa de Sant Llorens y Castell de l’Olla |
Zu 25 der 59 Einträge steht hinter der Bezeichnung ein Kartenverweis. Die übrigen fehlen mit Absicht: Bewässerungssysteme, Ortskerne und der Flusslauf des Algar sind keine Punkte, viele Häuser stehen auf Privatgrund ohne öffentlichen Eintrag, und wo die Ortssuche Treffer aus anderen Gemeinden lieferte, steht hier lieber nichts.
Zu jedem Eintrag gibt es ein eigenes Katalogblatt als PDF mit Lage, Datierung und Schutzauflagen. Sie liegen auf den Seiten der Gemeinde.
Grundlage dieser Seite ist der Catálogo de Protecciones, Sección Patrimonio Cultural aus dem Plan General Estructural der Gemeinde Altea von 2019, veröffentlicht über alteacultural.com ↗. Die Angaben zu den Rängen BIC und BRL stammen aus dem Inventario General del Patrimonio Cultural Valenciano der Generalitat. Beschreibungen einzelner Bauten folgen den Erläuterungen der Gemeinde auf alteacultural.com ↗.
Die Baugeschichte der Mare de Déu del Consol, die Angaben zu Santa Anna und die Beschreibungen der Kapellen Santa Bàrbara und Sant Tomàs stammen von Miguel del Rey, Architekt und Autor von Paseando por las alteas (Valencia 2016), veröffentlicht in seinem Fachblog Arquitectura Rural Valenciana ↗. Er stützt sich dort auf das Pfarrarchiv von Altea, dessen Kirchenbücher und die Pläne Jaime Cardonas von 1876; die Bauaufnahmen und Fotos sind seine eigene Arbeit. Für Santa Bàrbara nennt er keine Belegstellen — was dort steht, ist seine Bauaufnahme, nicht ein Archivbefund.
Einzelbelege. Schutzwirkung des Gemeindekatalogs: Ley 4/1998, Art. 50 (boe.es). Glockenturm der Mare de Déu del Consol, Tore des Mauerrings, Datierung der Befestigung ans Ende des 15. Jahrhunderts und BRL-Schutz der Mare de Déu del Consol: Decreto 69/2013, mit dem der Baluarte y Recinto Renacentista zum Bien de Interés Cultural erklärt wurde (BOE-A-2013-7159), und das Glockeninventar campaners.com. BRL-Eintrag der Pfarrkirche San Francisco (DOGV 18.06.1998): Inventario General del Patrimonio Cultural Valenciano (eduwp.edu.gva.es). Bau der heutigen Mare de Déu del Consol ab 1901, Weihe am 18. September 1910: BOE-A-2012-4840 (boe.es). Torre de Bellaguarda und Rufnummer der Mare de Déu del Consol (Stand Oktober 2026): Tourismusportal der Generalitat, Torre de Bellaguarda, Iglesia del Consuelo. Sant Isidre — 1999 auf Initiative der Anwohner von Els Arcs gebaut — und die Ruta de les Ermites: Alicante Plaza, 8. April 2019 (alicanteplaza.es). Das Weihejahr der orthodoxen Kirche stammt aus valenciabonita.es und meer.com; amtlich belegt ist es nicht.
Was hier nicht steht, weil es sich nicht belastbar belegen ließ: genaue Baujahre der übrigen Kapellen außer Sant Isidre, Angaben zu Eigentum und Zugänglichkeit außer bei Santa Bàrbara und Sant Tomàs, und Koordinaten. Vieles davon steht in den PDF-Katalogblättern der Gemeinde. Wo im Netz Jahreszahlen kursieren, die sich auf keinen nachprüfbaren Urheber zurückführen lassen, stehen sie hier nicht.
Einige Kapellen stehen auf privatem Grund (Sant Tomàs); bitte respektieren Sie Zäune und Hofeinfahrten.
Zusammengestellt Oktober 2026 nach dem Schutzkatalog der Gemeinde. Schutzstatus und Bezeichnungen können sich mit jeder Änderung des Flächennutzungsplans ändern.
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